Kamelie

Camellia japonica

Lieben Sie Kamelien? Sind Sie Teetrinker? Dann wird es Sie interessieren, dass Sie hier vor einer Pflanze stehen, die auch den Teestrauch zu ihren Verwandten zählt!
Die Heimat der Kamelien ist Ostasien. Von China über Korea und Japan bis Indonesien gibt es 80 Arten; neben Camellia japonica noch Camellia cuspidata (3cm große weiße Blüte, Blütezeit Frühjahr) und Camellia saluensis (weiß-rosa Blüte, Blütezeit September). Die Pflanzen sind immergrün und können eine Höhe von 12 m erreichen.
Die Gattung Camellia wurde von Karl von Linné nach dem Apotheker der mährischen Bruder-Mission Georg-Joseph Kamel benannt. In Europa begann die Geschichte der Kamelie erst im 17. Jahrhundert, und zwar durch die damals gegründeten Handelsgesellschaften. Die ersten Kamelienpflanzen kamen 1739 nach England; nach Deutschland gelangten sie im Jahre 1770. Das Hauptaugenmerk war auf den Teestrauch (Camellia sinensis) gerichtet, denn bereits um 1800 hatte der Handel mit Tee große Bedeutung.
Der Züchter Friedrich Jacob Seidel aus Dresden kultivierte bis 1842 mehr als 100.000 Pflanzen. Zeugen der Vergangenheit existieren noch im Schlosspark Pillnitz bei Dresden. Die Hofgärtnerei Dresden pflanzte sie im Jahre 1801 am heutigen Standort aus. Um dem Winter zu trotzen, wurde ein zerlegbares Gewächshaus konstruiert.
Alter der Kamelien im Botanischen Garten Berlin: Die Kamelien wurden im Spätsommer 1956 als 2 m große Pflanzen im Schauhaus N ausgepflanzt und waren bereits 15-20 Jahre alt.

Pflegetipps:
Kamelien sind keine heiklen Pfleglinge, wenn man, so gut es geht, die natürlichen Verhältnisse nachahmt. Die Pflanzen können ab Mai, wenn es frostfrei ist, in den Garten oder auf den Balkon gestellt werden. Halbschattige Plätze kämen dem natürlichen Standort nahe. Gegossen wird je nach Witterung und Austrocknung fast täglich; an warmen Tagen ist besprühen zu empfehlen. Die Düngung erfolgt von Mitte Mai bis Mitte Juni und wieder von Mitte Juli bis Ende September. Der Dünger kann handelsüblich sein, mit 2 g Dünger auf 1 l Wasser. Zu Frostbeginn werden die Pflanzen ins Haus geholt und zwischen 5 – 12° C überwintert. Im Winter wird sehr wenig gegossen, die Pflanze darf jedoch nicht ballentrocken werden, und sie muss hell stehen. Die Erde sollte aus einem Gemisch von Nadel-, Lauberde und Torf im Verhältnis 2 : 3 : 0,5 bestehen; pro m2 werden 0,5 – 1 kg organischer Volldünger zugefügt. Der ph-Wert sollte 4,5 – 5,5 betragen.

H. Loose
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